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Kernelemente der Hauskirchen
Es ist eine
Hauskirche, wenn eine Gruppe von Christen
1. sich als Gemeinde
versteht
nicht als Gruppe, Zelle, Kreis o.ä. Das bedeutet u.a., dass dort
praktische Jüngerschaft stattfindet, in der Regel Abendmahl und Taufe,
biblische Lehre, Essen, Teilen und Gebet in der Hauskirche erlebt wird
und ein kulturell akzeptabler Grad an Verbindlichkeit erwartet wird
(etwa Mitgliedschaft).Keine Hauskirche ist es, wenn die Gemeindefrage
(noch) unklar ist, oder es sich um eine Gruppe, Zelle oder einen Kreis
handelt, oder um spezielle oder temporäre Zusammenkünfte, etwa
Alphakurse, Gebetsgruppen, Bibelarbeitsgruppen u.ä.
2. Biblische
Ältestenschaft vorhanden ist oder erkennbar angestrebt wird.
Jede Hauskirche hat entweder einen "geistlichen Hausvater" nach den
biblischen Leitlinien (etwa 1. Tim 3), oder einen adhoc-Leiter oder
Leiterin, der entweder selber potentieller Ältester ist oder sich einem
oder den Ältesten (oder Verantworlichen des 5fältigen Dienstes) in der
Region klar zuordnet. Keine Hauskirche ist es, wenn Ältestenschaft sich noch nicht gebildet hat (oder dies gar nicht
angestrebt wird), oder wo sich selbsternannte unabhängige Gruppen
ausrufen.
3. angeschlossen ist
an den 5-fältigen Dienst.
Eine gesunde Hauskirche ist nicht unabhängig, sondern mit dem Leib
Christi der Region so gesund wie möglich vernetzt. Eines der Symptome
dafür ist, dass sie Lehre und Impulse von aussen willkommen heisst und
davon profitiert, und an den Celebrations der Citychurch teilnimmt, die
in der Regel vom 5fältigen Dienst der Region verantwortet
werden.
Keine Hauskirche ist es, wenn Gruppen zu in sich geschlossenen Zirkeln
werden, nur an Einzelpersonen oder Sonderlehren hängen, moderne "Jünger
von Diatrephes" ausbilden und den Rest der Christenheit vor Ort
praktisch ignorieren.
4. eine gemeinsame
Kasse hat oder anstrebt.
Hauskirche bedeutet Leben teilen, und das macht vor den Finanzen nicht
halt. Gerade dort, wo in der Welt "die Freundschaft aufhört" - beim
Geld - wird ein neuer, kollektiver Lebensstil deutlich, der mit dem
Geist des Mammon und des privaten finanziellen Traums bricht. Hier wird
jede Hauskirche gesunde und kulturell akzeptable Wege finden. Die
gemeinsame Kasse kann beispielsweise lokal, regional oder gar national
(etwa als Apostelfonds) organisiert werden und jeweils vertretbare
Rechtsformen
annehmen.
Keine Hauskirche ist es,
wenn Geld Privatsache bleibt und jeder Einzelne grundsätzlich das tut,
was er alleine finanziell für richtig findet. Ebenso ungesund ist auch
das andere Extrem, dass sektenhafte Vorschriften die Mitglieder zu
kollektivem finanziellen Verhalten zwingen und jede Eigenverantwortung
auslöschen wollen.
5. Multiplikation
anstrebt.
Keine Gemeinde lebt zum Selbstzweck, sondern es ist Teil ihrer
apostolischen Sendung und ihrer natürlichen Lebensspanne, sich in
gesundem Rhytmus und je nach kontextuellen und internen Faktoren zu
multiplizieren, damit "die Nationen zu Jüngern gemacht"
werden.
Es sind
keine Hauskirchen, wenn sich innenfixierte Gruppen einigeln,
Kommunitäten bilden, Jugend- und andere Kreise "miteinander alt werden",
die missionarische Vision gestorben ist oder wo sich aus organischen
Hauskirchen regelmässig organisierte Treffen von 15-20 oder mehr
Christen bilden, die, wenn überhaupt, nur noch durch Addition wachsen
oder auch klassische Pastorenkirchen und Denominationen bilden. Wichtige
andere Elemente wie das Wo, Wie und Wie oft der Celebration, der
Zusammenkünfte mit Christen der Region, Fragen der Homogenität (etwa
besondere Zielgruppen wie Jugendliche), der Ausbildung oder Mission
sollten dem kulturellen Kontext gemäss gelebt werden.
Raum für Entwicklungen
In der westlichen Welt befindet sich die Hauskirchenbewegung in der
Entwicklungsphase. Es ist deshalb normal und zu erwarten, dass
Hauskirchen in verschiedensten Vorstufen und Entwicklungsphasen
anzutreffen sind. Wir empfehlen in einem solchen Fall aber, die Gruppe
noch nicht Hauskirche zu nennen und dennoch den Prozess der Gründung
weiter zu fördern.
Wolfgang Simson
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